Montag, 15. September 2014

Zwischen 2 Welten.

Ich bin nun seit ziemlich genau 3 Wochen wieder zu Hause.
Wie es mir geht und wie es mit mir weitergeht werde ich am Ende klären. Nun möchte ich euch erst einmal von dem lang ersehnten Sommerlager berichten.
Am Montag dem 25. Juli war es endlich soweit!!! Ca. 100 Kinder warteten auf die Einteilung in ihre Gruppen und darauf dass es endlich los geht. Es war der Wahnsinn so viele Kinder bei uns im Hof stehen zu sehen. Es lief wie erwartet alles etwas chaotisch und doch nach Plan. Ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll. Die Themen der 2 Wochen waren Freundschaft, Eltern und Schule. Jeder Tag wurde mit einem kleinen Anspiel aus einem Stück von Ion Creanga „Ciresele Copilarie“ eingeleitet wo das Tagesthema drin versteckt war. Nach dem Anspiel ging es in die 4 „Kleingruppen“ wo das jeweilige Tagesthema besprochen wurde, weil nachdenken viel „Kraft“ braucht gab es dazu immer Kekse und Tee. Eine sehr angenehme Sache auch für alle Helfer.J Nach den Diskussionen ging es nach draußen für Spiele oder Wettkämpfe. Ich dachte bis dahin ich kenne schon viele Gruppenspiele doch musste ich schnell einsehen, dass es noch viel, viel mehr Spiele gibt und durch die Fantasie der Kinder wurden es gleich noch einmal doppelt so viele. Aufgrund der Wärme gab es jeweils einmal in der Woche die sogenannten Wasserspiele, damit die Kinder und Helfer eine Abkühlung bekamen. Eine wirklich gute Sache und es blieb definitiv keiner trocken, aber nach einem Stündchen weiteren Spielens war das auch Geschichte und die Sachen waren wieder trocken, wenn wir gerade nicht aßen, spielten oder diskutierten bastelten wir oder tanzten im Hof zu verschiedensten Lieder. Wir blieben aber nicht nur auf unserem Gelände. Zweimal ging es auf Exkursion in einen Wald wo vor allem der Gruppenzusammenhalt im Mittelpunkt stand. Bei verschiedenen Spielen mussten die Kinder beweisen, dass sie ZUSAMMEN arbeiten können. Für den ein oder anderen war das die größte Herausforderung der 2 Wochen. Der Tag endete für die Kinder mit einem Kaffetrinken. Nachdem die Kinder zu Hause waren, ging es für die Helfer noch ein wenig weiter. Wir werteten den Tag aus und anschließend spielten wir Volleyball. Während dieser 2 Wochen hatte ich so wenig Kontakt in die „Außenwelt“ wie nie zuvor, denn der Tag begann um 8 und endete um 8 am Abend. Ich fiel täglich nur noch in mein Bett und schlief. Es hat täglich sehr viel Spaß gemacht war aber auch unheimlich anstrengend. Nicht nur der Kinder wegen vor allem die Vielfältigkeit der Sprachen war anstrengend, denn während des Sommerlagers hörte ich Rumänisch, Russisch, Englisch, Italienisch und Deutsch. Letzeres war eine Überraschung, denn ich hatte ein Mädchen in meiner Gruppe ihre Eltern leben und arbeiten in Deutschland und sie lernt deutsch um ebenfalls irgendwann nach Deutschland gehen zu können um bei ihren Eltern sein zu können. Das Schicksal vieler Kinder in der Moldau.
Das Wochenende zwischen den 2 Wochen war frei. Die Zeit nutzten Michaela und ich um uns den Zoo anzuschauen. Es ist ein recht kleiner Zoo und die Verteilung der Käfige muss nach dem Würfelprinzip gemacht wurden sein, denn während die Kaninchen und Hasen einen recht großen Käfig haben, ist der Bär froh das er einmal im Kreis gehen kann. Wie sich der Zoo überhaupt finanziert ist uns ein kleines Rätsel, denn geht man in Dtl. in den Zoo bezahlt man ja mindestens 5€ wir haben zusammen nicht einmal 2€ Eintritt bezahlt. Nun ja es ist halt etwas anderes.  Den Abend ließen wir gemeinsam mit den anderen internationalen Campusfreiwilligen ausklingen. Es war sehr interessant, denn wir kamen aus Italien, der Türkei, Rumänien, Ukraine und wir aus Deutschland und so wurde es ein sehr gemütlicher Abend.
Den Sonntag taten wir einfach nichts, denn die Wärme war unaushaltbar und die Kleinigkeiten die während der Woche liegen geblieben sind mussten ja auch noch erledigt werden. Ein Vorteil, dass der Markt auch sonntags geöffnet hat.
Nach den 2 Wochen Sommerlager wo jeder Tag voll genutzt wurde war ich gespannt was mich nun in den letzten 2 Wochen erwarten würde. Klar die Kantine lief weiter aber die Zeit am Vor und Nachmittag was würde ich tun sollen.
Diese Fragen wurden mir gleich am Montag beantwortet, denn es gab noch das ein oder andere weg zu räumen, dabei war es nicht immer leicht meine (jetzige) Mentorin davon zu überzeugen, dass man auch mal etwas wegschmeißen kann.
Ein Höhepunkt während der letzten 2 Wochen war natürlich, dass ich meine eigentliche Mentorin zu Hause besucht habe, denn sie hatte in der Zwischenzeit entbunden und ist nun stolze Mama eines kleinen Matei. Worüber ich ein wenig verwundert war ist die Wickeltechnik mit denen die Kinder sehr straff eingebunden werden, damit sie in der Nacht nicht zucken. Sie können sich eigentlich kaum bzw. gar nicht bewegen. Es sah schon ein wenig „grausam“ aus. Ebenfalls anders als in Deutschland ist es das es ganz normal ist, dass sie keine eigene Wohnung haben. Sie teilen sich eine 2 Zimmerwohnung mit noch jemand weiteren. Das meint sie teilen sich zu dritt ein Zimmer, aber dem Kind fehlt es an nichts. Ein sehr modernes Bett, Spielsachen etc. Die Kinder haben halt den höchsten Platz und werden von allen „verhätschelt“ so wie es hier halt auch ist.
Ein weiterer Höhepunkt war das Fliegen. Ich hatte von Gabi vor etwas längerer Zeit den Tipp bekommen, dass ganz in unserer Nähe ein Segelflugplatz sei. Zusammen mit Michaela machten wir uns eines Abend auf zu diesem. Wir wurden sehr herzlich empfangen und warteten gemeinsam mit dem Azubi auf den Chef. Das kuriose an der Situation war, dass der Azubi mir mit einmal sein Telefon hin hielt, grinste und sagte das eine Freundin sie kann deutsch. Ich nahm an und unterhielt mich mit einer Studentin. Sie studiert in Frankfurt und kommt aus der Moldau und war gerade auf Heimurlaub. Sie dachte genau wie ich der Freund erlaubt sich ein Scherz mit uns doch dem war ja nicht so. Die Welt ist halt doch ein großes Dorf.
Mit jedem Tag der verging wurde einem bewusst, dass der Abschied näher kommt. Das Problem des Packens saß einem im Nacken und doch hat man es noch weit von sich geschoben und letztendlich am letzten Tag gepackt. Das Abschied nehmen endete ja seit Juni nicht und mit mal war man selbst an der Reihe die Überlegung was schenkt man den lieben Kollegen zum Abschied, es sollte etwas sein womit alle Kollegen etwas anfangen könnten und was es noch nicht gab, machte es auch nicht einfacher. Wir entschieden uns für die Umfunktion eines 6L Wasserkanisters. Diesen beklebten wir mit Süßigkeiten, Tee, Kaffee und funktionierten ihn zur Vase um. Die Kollegen freuten sich sehr darüber. Wir buken noch ein letzes mal Kuchen für die Kollegen und dann kam es das letzte gemeinsame Mittag.  Die Worte, die ich mir vorher zu recht gelegt hatte vielen mir nicht mehr ein und doch war es ein wunderbares Mittag. Mit uns wurden noch 2 weitere Freiwillige aus der Türkei und Rumänien verabschiedet sie waren 6 bzw. 4 Wochen bei uns. Nach dem Essen folgte, dass letzte gemeinsame Foto und dann ging es los das Verabschieden mit vielen lieben Wünschen und kleinen Geschenken verließ ich am späten Nachmittag das Haus mit einem sehr eigenartigen Gefühl im Bauch. Ich war heilfroh, dass am Abend noch der Geburtstag von Ira (einer meiner lieben Mitbewohnerinnen) anstand und wir so unseren letzten vollen Abend in Ruhe ausklingen ließen.
Der Freitag (15.8.) begann für mich damit, dass ich mit den Ordensschwestern nach Orhei fuhr, denn es war Maria Himmelfahrt und der Weihetag der Kirche in Orhei. Es wurde ein schöner Gottesdienst und anschließend ein gemütliches Essen wo ich mit den Schwestern in den Bereich der Priester und Ordensleute genommen wurde. Irgendwann hieß es leider Abschied nehmen, denn ich musste ja noch packen und der Bus fuhr 23Uhr ab. Das Packen schaffte ich aber rechtzeitig und wir waren noch mit unseren Mädels in einem neu eröffneten Restaurant essen. Doch der letzten der ich La revedere sagte war meine Mentorin. Ich fuhr noch einmal mit all meinem Gepäck zu ihr um mich bei ihr zu bedanken und mich von ihr zu verabschieden. Es war ein sehr schöner Abschied und dann ging es direkt zum Bus. Wo Michaela bereits wartete. Gemeinsam suchten wir unseren Platz im Bus. Der Bus fuhr wider erwartend pünktlich ab und auf ging es Richtung Constanta unserem ersten Stopp auf unserer Rückfahrt. Viele Gedanken wirbelten einem durch den Kopf wie wird der Urlaub, geht alles gut mit den Fahrten, bekomm ich einen Studienplatz, wird es den neuen Freiwilligen gefallen, habe ich irgendetwas vergessen, etc…
Wir erreichten Constanta zur geplanten Uhrzeit am geplanten Busbahnhof und warteten auf Marianne, gemeinsam mit ihr machten wir uns auf die Suche nach unserem Hostel. Leider war es nicht das was wir erwartet haben und so entschieden wir uns direkt nach Tulcea weiter zu fahren. Dort wurden wir sehr herzlich von unserer Pensionwirtin empfangen. Sie gab uns Tipps was wir den nächsten Tag machen können und servierte uns aller feinsten Fisch.
Den nächsten Tag (Sonntag) schlenderten wir durch Tulcea besuchten das Meereskunde Museum mit Aquarium und die Gedenksäule.
Montag ging es für uns weiter nach Sulina. Sulina ist die größte Stadt im Donau Delta und liegt direkt am schwarzen Meer durch unsere Wirtin in Tulcea hatte ich bereits eine Telefonnummer von einem aus Sulina, durch ihn hatten wir schon auf der Fähre sehr starke Rabatte und auch die Wirtin wo wir dann wohnten senkte den Preis für uns. Wir freuten uns in erster Linie auf den Strand, den wir direkt aufsuchten und fluchtartig gegen 9 verließen, denn dann gehörte er den Mücken. So viele Mücken wie in dem Moment habe ich noch nie vorher gesehen gehabt. Den nächsten Tag verbrachten wir faul am Strand, unter dem Motto wir waren ein Jahr fleißig jetzt sind wir faul.
Mittwoch nahmen wir dann das Angebot an und fuhren mit unserem Kapitän Nemmo in die Tiefen des Donau Delta einfach fantastisch, viele Pflanzen, Vögel und Fische die ich vorher noch nicht gesehen hatte. Höhepunkt waren natürlich die Pelikane, die an uns vorbeischwammen und flogen, wenn wir vorbei waren. Traumhaft schön. Den Donnerstag nutzten wir um auch die nicht so schönen Ecken von Sulina uns anzuschauen. Eine alte verlassene und kaputte Werft. Auf dem Weg zurück begegneten wir wieder unserem Kapitän Nemmo er lud uns ein doch am Abend zu seiner Runde mit zu fahren und so entschieden wir uns spontan den Abend wieder eine Bootstour zu machen. Wir bekamen noch den Hinweis uns etwas wärmer anzuziehen, denn der Wind wird recht frisch. Ach wenn ich vom Boot schreibe, dann meine ich ein Ruderboot mit Motor. Mit dieser von mir lieb genannten Nussschale machten wir uns auf zum Ende der Donau und waren dann mit mal im schwarzen Meer. Wo die Sonne bereits am Untergehen war. Wir schipperten an der zurzeit jüngsten Insel Europas vorbei, die nur den Pelikanen und anderen Seevögeln bewohnt wird und befanden uns plötzlich in ukrainischem Gewässer, laut des Kapitäns. Durch einen kleinen Kanal ging es dann wieder zurück nach Sulina. Noch ganz begeistert von den Eindrücken machten wir uns ans packen, denn am Freitag um 6:2o sollten wir bereits an der Fähre sein. Zur Fähre gelangten wir wieder mit der kleinen Nussschale kein leichtes Unterfangen, wenn man überlegt wie viel Gepäck wir dabei hatten, aber es ging alles gut und wir kamen rechtzeitig an der Fähre an. Diese war sowieso heillos überfüllt und so ging es dann zurück nach Tulcea. In Tulcea machten wir eine kurze Mittagspause dann ging es zurück nach Constanta und von Constanta noch am gleichen Abend nach Tirgu Mures. In Tirgu Mures trafen wir noch auf Karo, der wir noch fix beim Packen halfen bevor wir noch einmal in ihr Lieblingsrestaurant gingen. Den Nachmittag ließen wir im Garten ausklingen und dann ging es zurück zum Busbahnhof wo unser Gepäck auf uns wartete und wir dann gemeinsam mit diesem auf unseren Bus nach Budapest. Mit diesem ging es dann wieder über Nacht nach Budapest an der Grenze zwischen Rumänien und Ungarn standen wir ein wenig länger, denn die Abfertigung für die Busse hatte gerade Pause. Um 5:25 Uhr erreichten wir dann Budapest. Mit all unserem Gepäck machten wir uns dann mit der Metro auf zum Hauptbahnhof. Eine sehr witzige Angelegenheit 4 Mädels um halb 6 am Sonntag mit viel Gepäck in der Metro. Wir wurden sehr amüsiert beobachtet unterwegs trafen wir eine weitere Freiwillige. Wir waren alle heilfroh als wir den Bahnhof erreichten. Wir mussten noch einmal Tickets kaufen, da unsere Tickets leider nicht angekommen sind. Doch auch das klappte und so bestiegen wir um 11:20Uhr den Zug nach Dresden. Dresden erreichten wir 19:15 Uhr mit einer kleinen Verspätung. In Dresden wurde ich schon von Johann, Caro, Maria, Jakob, Nora, Steffi und ihrem Freund erwartet. Ein kurzes Schnattern folgte bevor ich dann weiter zum ICE Abschlussseminar durfte.
Das Seminar tat sehr gut. Es war gut das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen bevor man ganz nach Hause kommt und natürlich noch einmal alle anderen Freiwilligen wieder zu sehen. Das Seminar endete und meine Familie erwartete mich gemeinsam machten wir noch ein Wochenende blau bevor es wirklich wieder ganz nach Hause ging.
Nun ja und nun bin ich zu Hause habe nun auch die letzten Absagen für mein gewolltes Studium der sozialen Arbeit bekommen und überleg(t)e ein wenig warum bin ich überhaupt wieder hier?
Hier ist es kalt, es wird nur auf die Noten geschaut keinen interessiert der Mensch dahinter und das Obst und Gemüse schmeckt auch nicht.
Doch es geht wieder bergauf.
Ich werde nun noch einen Bundesfreiwilligendienst machen in der Uniklinik Dresden und mein Glück zum Sommersemester noch einmal herausfordern.

Ihr seht ich lass den Kopf nicht hängen und gebe mein bestes mich hier wieder einzuleben. Auch wenn ich in Gedanken nach wie vor noch sehr oft in meiner geliebten Moldau bin und vergleiche noch sehr oft und viel.
Dies wird wahrscheinlich der letzte Eintrag sein. Nur die Einladung zu meinem Vortrag wird hier noch folgen.
Deshalb danke ich an dieser Stelle allen die mich während dieses Jahres unterstützt haben.
DANKE für all die lieben Postkarten, aufmunternden Emails, Telefonate und Skypegespräche ich freue mich nun alle wieder in echt zu sehen.
Auf ein baldiges wiedersehen

Eure Becca

Sonntag, 20. Juli 2014

5 Wochen

Das ist die Zeit die noch bleibt bevor ich im Verlaufe des Sonntages (24.8.) den Dresdner Hauptbahnhof erreichen werde.
Zeit für die ich mir noch viel vorgenommen habe und doch irgendwie einsehen muss, dass ich nicht mehr alles schaffen werde, aber es muss ja immer einen Grund geben um noch einmal wieder zu kommen.
Heute war ich die ersten Erinnerungsstücke kaufen, was sehr witzig war. Ich schlenderte über den „Kulturmarkt“ hier in Chisinau. Es ist ein kleiner Markt wo viel Handarbeit und traditionelle Kunst verkauft wird. Ich stand an einem Stand und der Mann neben mir meinte nur sehr schöne Sachen hier und ich bejahte. Daraufhin lud er mich ein mit ihm zusammen über den Markt zu schlendern. Als er herausfand, dass ich aus Deutschland komme war ich direkt auf ein Eis und ein langes Gespräch eingeladen. Das sind die kleinen Momente die das Jahr einfach so unbeschreiblich schön und prägend machen.
Genauso wie das Wochenende vom 5./6. Juli als ich mich recht spontan mit Marianne in Iasi auf ein gemütliches Wochenende getroffen habe.
Einige werden jetzt denken warum denn schon wieder Iasi. Iasi ist eine schöne Stadt und ich verknüpfe mit ihr viele schöne Erinnerungen und Marianne (FW in Rumänien) war noch nicht in Iasi. Zusammen mit ihr stand ein Stadtbummel auf dem Programm, nach dem wir unser kleines gemütliches Hostelzimmer bezogen hatten. Den Ausflug beendeten wir mit Fleisch (J) auf einem Mittelalter Spektakel und anschließend in einem Park. Sonntag stand der Gottesdienstbesuch an. Wir gingen in die kath. Kathedrale und wunderten uns warum diese so voll war. Nach dem feierlichen Einzug der Priester wussten wir warum. Es war die Primizfeier eines frisch geweihten Priesters. Es wurde ein sehr schöner, wenn auch langer, Gottesdienst.
Ja und dann hieß es Abschied nehmen. Eins steht definitiv fest nach diesem Jahr wird mir das Abschied nehmen nicht mehr ganz so schwer fallen.  Das Wiedersehen dauert aber nicht mehr lang, denn wir werden uns in 4 Wochen wieder sehen und uns noch eine gemütliche Urlaubswoche in Constanta und im Donau Delta gönnen bevor wir gemeinsam zum Seminar zurück fahren.
Bevor aber Urlaub ansteht heißt es noch einmal „hart“ arbeiten ;)
MORGEN beginnt das lang herbei gesehnte Sommercamp. Ich freue mich riesig darauf. Die letzten Wochen standen nur noch im Rahmen der Vorbereitung. Es wurde gebastelt, getanzt, dekoriert, geprobt, etc. Auch wenn die gesamte Organisation etwas chaotisch und unstrukturiert war/ ist denke ich es wird gelingen. Geplant hatten wir max.80 Kinder wir sind nun bei 100. Ich freue mich und bim sehr gespannt wie es wird. Ich werde euch natürlich nach den 2 Wochen Bericht erstatten.

Ich bekomm ab und an immer mal wieder die Anfrage wie es politisch in Chisinau aussieht. Die Republik Moldau ist sehr ruhig, obwohl sie wissen das es prorussische und proeuropäische Gruppen gibt. Das letzte Assoziierungsabkommen mit der EU wurde unterschrieben und danach ist auch nichts aufgeflammt.
Das einzige wo es jetzt heftige Proteste gab, war das Verbot der vielen (liebgewonnen) Maschrutka´s. Nach 3 schweren Unfällen mit 3 Toten an einem Wochenende hatte der Bürgermeister dieses Verbot am Samstag erlassen. Ab Dienstag fuhren einige der Maschrutka´s wieder. Seit Donnerstag fahren wieder alle. Soviel zum Thema Durchsetzung der Regeln. Ich muss eingestehen ohne Maschrutka geht es wirklich nicht. Die Fahrten während des „Verbotes“ mit den Bussen war schlimmer als im Film. J

Ja was habe ich sonst noch so erlebt ….

Letztes Wochenende war ich auf einen Abschiedsempfang der dt. Botschaft eingeladen. 3 Botschaftsmitarbeiter verlassen die Moldau diesen Sommer. Der Botschafter persönlich geht nach Nepal, Dagma nach Berlin und eine weitere nach St. Petersburg. Zu diesem großen Anlass wurde ein Boot gemietet und wir fuhren gemeinsam auf dem Dniester und genossen das Wetter, die Gespräche und vor allem die schöne Landschaft.
so erging es uns nicht :)
Am Abend war dann ein unvergesslich schöner Abend mit den Mädels, die noch hier angesagt. J
Ihr seht also mir geht es nach wie vor bestens hier und ich genieße die Zeit, die mir noch bleibt in vollsten Zügen.
Da die Ferienzeit bereits begonnen hat, wünsche ich allen Ferienkindern schöne, spannende und erholsame Ferien.


Bis bald eure Becca
Nachtrag: Entwicklungsminister Gerd Müller

Sonntag, 29. Juni 2014

Kommen und Gehen

Nicht nur meine Familie ist wieder nach einem sehr schönen und etwas anderen Urlaub wieder nach Hause gefahren auch im Casa und hier „zuhause“ sind einige gegangen und dafür neue Gesichter gekommen.
Nun aber erst einmal zu der Zeit wo meine Familie hier war.
Es war sehr schön sie am Flughafen wieder zusehen und sie herzlich Begrüßen zu können. Es ist halt einfach etwas anderes als beim Skypen. Wir machten uns mit einem Taxi auf zu mir. Nach der Fahrt war beschlossen, dass kein Auto gemietet wird. J
Die ersten 2 Tage ihres Urlaubs war ich vormittags arbeiten, da mir auf Arbeit deutlich gemacht wurde, dass ich zu meinem Geburtstag schlecht abwesend sein könnte.
Was es mir schwer gemacht hat mich über meinen Besuch richtig freuen zu können. Ich habe hier meinen Alltag für mich ist alles normal und ich weiß wo ich etwas finde. Für meinen Besuch war alles neu, aufregend und auch ein wenig nostalgisch.
Ab Mittwoch wurde es dann aber auch für mich sehr schön und ich konnte in den Urlaubsmodus schalten und die Zeit richtig genießen. Wir besuchten das größte Weingut Milesti Mici, Orhei Veci, Chisinau und Bender.
Wie schon angeklungen ist hatte ich Geburtstag.Dieser Tag wird in Erinnerung bleiben.
Es fing damit an, dass ich mit meinen Eltern rein feierte. Mein Zähneputzen am Morgen musste ich unterbrechen, da sich die ersten Gratulanten nicht aufhalten ließen. Auf Arbeit durfte ich mich nach den Gratulationen auf Schatzsuche begeben. Es waren lauter kleine Zettel mit Glückwünschen überall in der Kantine versteckt unter, über, neben und bei den Tischen, im Besteck, bei den Bechern… . Ich freute mich über jeden gefundenen Zettel und meine Kollegen ebenfalls.
Für das Mittag hatte ich Kartoffelsalat und kalten Hund vorbereitet was beides sehr interessiert gekostet und gegessen wurde.
Nach dem Mittag durfte ich nach Hause gehen. Wo meine Familie mit einer Spongebobtorte auf mich wartete. Nun war Zeit all die lieben Karten, SMS, Emails etc. zu lesen, welche mich an diesem Tag erreichten. Nach einem gemütlichen Kaffetrinken begannen die Vorbereitungen für den Abend. Schließlich wollte ich auch mit den Mädels feiern. Es wurde ein unvergesslich schöner Abend mit tollen Gesprächen und Pantomime. J
Mittwoch begann dann wie gesagt mein Urlaub und ich genoss ihn in vollen Zügen.
Bis ich am Samstag meine Familie wieder verabschieden musste. Es war schon ein komisches Gefühl hatte ich mich doch gerade wieder an alle gewöhnt, musste ich sie nun wieder ohne mich ins Flugzeug steigen lassen.


Ach ja und es war internationale Woche des Rind

Das Wochenende lies ich in aller Gemütlichkeit Sonntagabend mit Valy und Leo ausklingen, da es für die beiden am Montag (16.6) Abschied nehmen heißen würde.
Wir verabschiedeten sie am Montag bei einem gemütlichen Mittag und es war komisch sie dann ins Taxi steigen zu sehen und zu wissen OK sie sind nun auch weg.
Meine Mentorin wurde ebenfalls in den Mutterschutz verabschiedet und plötzlich ist man irgendwie allein. Marina ist Anfang Juni ausgezogen und hat letzten Freitag geheiratet.
Den Rest der Woche war das alles noch irgendwie kein weiteres Problem. Auf Arbeit wird meine Hilfe nun einmal mehr gebraucht, aber danach war es irgendwie komisch.
Ich hatte mich gerade dran gewöhnt, da hieß es letzten Montag nach Arbeit plötzlich: Rebecca du bekommst eine neue Mitbewohnerin oder du musst umziehen. Nach kurzer Absprach bin ich nun umgezogen und wohne nun mit Christina zusammen. Das schlimmste am Umzug war das Abmachen der 36! Postkarten. L Aber was muss muss und ich bin nun nicht mehr allein.
Auf Arbeit stecken wir zurzeit voll in den Vorbereitungen für das Sommercamp was in 3 Wochen für 2 Wochen sein wird. Wir erwarten 75 – 80 Kinder und ich weiß noch nicht so recht was ich von der ganzen Organisation halten soll. Sie ist halt etwas spontan und irgendwie nicht so struktureiert, aber ich habe das Gefühl das es klappen wird und ein wunderschöne Zeit wird. Aus diesem Anlass haben wir nun jeden Samstag ein Treffen mit allen beteiligten Freiwilligen um uns kennen zu lernen. Diesen Samstag waren wir zusammen auf einem Mittelalterfestival in der Nähe von Chisinau. Es ähnelte eher einem traditionellen Markt. War aber sehr schön.
Ich war zusammen mit „meinen“ Freiwilligen und Patricia da. Patricia ist ebenfalls eine deutsche Freiwillige.
Wir gehen zurzeit zusammen zum Public Viewing und lassen auch so den einen oder anderen Abend zusammen ausklingen.
Public Viewing in Chisinau ist sehr amüsant. Moldawien ist wie bekannt nicht vertreten. Sie haben also keine eigene Mannschaft für die sie jubeln können und so jubeln sie einfach für alle. Was ziemlich verwirrend sein kann, wenn plötzlich Menschen im Deutschlandtrikot für das Tor von Ghana jubeln, aber eine sehr lustige Angelegenheit.

Ach das Aufregendste hätte ich ja bei nahe vergessen.
Deutscher Staatsbesuch bei uns im Projekt. Gerd Müller (dt. Entwicklungsminister) war mit Vertretern der Botschaft und anderen, am 20.06 bei uns zu Besuch. Für diesen Besuch musste natürlich alles aufgeräumt werden und alle waren aufgeregt. Ich wollte einfach auf Arbeit gehen wurde aber von Sora Betty aufgehalten so schloss ich mich der Delegation an. Hielt mich aber eher im hinteren Bereich auf, dass ging jedoch auch nicht lange gut, denn der Minister fragte sofort nach mir und ich bekam Blumen überreicht, gab das erste Interview was ich denn hier mache, wie es mir gefalle etc. und durfte ihn anschließend mit durch beide Häuser führen jeder Versuch sich wieder zumindest in das Mittelfeld zurück zu ziehen scheiterte.
Alles sehr aufregend.

Ihr seht also langweilig wird mir nicht und allein gelassen werde ich auch nicht.
Morgen bekommen wir einen neuen Freiwilligen aus der Türkei und Kollegen die nun lange im Urlaub waren sind auch wieder zurück.

In diesem Sinne bis bald
Eure Becca


Dienstag, 3. Juni 2014

Alles Anders

Es ist ein wenig Zeit vergangen seit meinem letzten Post und es hat sich einiges geändert. Ich werde nun die Zeit nutzen um euch auf den aktuellsten Stand bringen.
Anfangen möchte ich mit meinem Urlaub gemeinsam mit Simon und Johann Anfang Mai. Die beiden sind heil am Montag (5.5.) angekommen. Zum aufgeregt sein hatte ich kaum Zeit, da ich am Samstag (3.5) bei dem hiesigen Bistumsjugendtag war wo ich bei einem Interview teilnehmen sollte. Mir und noch 2 weiteren deutschen Freiwilligen wurde die Frage gestellt „was bedeutet für Dich dienen?“. Eine interessante Frage und meine Antwort war nicht alles was ich im deutschen dazu gesagt hätte, aber sie haben mich verstanden und das war die Hauptsache.J Der Tag war sehr schön und wir Freiwilligen ließen ihn abends gemeinsam bei einem Spieleabend ausklingen.
So nun aber zurück zum Urlaub.
Wir haben so einiges erlebt was wir definitiv (so schnell) nicht vergessen werden. Ich möchte nur ein paar der Höhepunkte erwähnen.
Den ersten Tag begannen wir mit einer ausgedehnten Wanderung zum höchsten Wasserfall hier und genossen schönstes Wetter, wunderschöne Aussichten und die Vielfalt der Echsen und Blumenwelt.
Unser Ausflug nach Tiraspol (Hauptstadt Transnistriens) endete in der dortigen Bahnhofspolizeiwache. Dort wurden wir von 2 Beamten, die kein englisch sprechen wollten, weil sie merkten das ich sie schon in Russisch verstanden hatte, befragt. Sie wollten wissen warum wir in Tiraspol waren, was wir gemacht haben und ob wir Fotos und Videos gemacht haben. Wir beantworteten alle ihre Fragen bestmöglich. Sie wollten unsere Kameras daraufhin sehen und die Bilder die wir gemacht haben. Der Polizist stellte sich aber so an als hätte er das erste mal eine Kamera in der Hand. Die Fotos von der Übungsmilitärparade waren überhaupt nicht weiter interessant, dass einzige Foto was sie interessierte war das eines Brautpaares. Dieses fotografierten! sie sich mit dem Smartphone ab, aber nicht der Uniformierte sondern einer in Zivil. Unsere Pässe wanderten auch durch alle möglichen Hände. Wiederbekommen haben wir sie von einem in Trainingsanzug gekleideten Menschen. Es war alles ein wenig kurios.
Warum haben wir eine Übungsmilitärparade gesehen?
Wir waren am 7. Mai in Tiraspol also 2 Tage vor dem Sieg über Hitlerdeutschland und das ist einer der größten Feiertage in Transnistrien und zu diesem Anlass muss halt neben den Schulklasen die ein Programm einüben auch das Militär aufmarschieren. Wir beobachten wie ca. 1 500 Soldaten ihre Schrittfolge übten und der Panzer seine Fahrstrecke. Wir kamen uns ein wenig vor wie im Film und es stimmte ein wenig nachdenklich, dass Grundschulkinder üben müssen wie sie die Blumen am Ehrenmal abzulegen haben.
Unsere Klosterrundfahrt endete im Wohnzimmer des Bürgermeisters Petru eines kleinen Dorfes. Wie es dazu kam. Wir haben dem Nebensatz im Reiseführer Beachtung geschenkt, welcher uns eine schöne Kirche versprach in Horodiște. Ein kleines Problem mit dem Auto veranlasste uns anzuhalten und wir beschlossen eine kurze Pause zu machen und zu Fuß suchen zu gehen. In dem Moment kam ein weiteres Auto gefahren. Ein Mann stieg aus und fragte uns ob er uns helfen könne. Wir erzählten ihm dass wir auf der Suche nach der Kirche sind. Er war leicht irritiert und stellte sich uns als der Bürgermeister vor. Er telefonierte mit gefühlt dem ganzen Dorf doch konnte er keinen auftreiben der deutsch konnte. Also beschloss er, dass er uns einlädt und ich halt übersetzen muss.

Wir aßen gemeinsam, er entschuldigte, dass er gerade kein Huhn geschlachtet hat und uns deswegen nur Käse, Salami, Brot und Wein servieren kann. Nach dem Mahl zeigte er uns noch seinen Weinkeller wo wir natürlich noch probieren durften. Nach dieser Weinprobe fuhren wir zur Kirche. Dort erwartete uns der Priester und erzählte uns alles über seine Kirche. Zum Abschluss bekamen wir neben Wein und Kompott auch noch Ikonen mit Widmung geschenkt. Die beiden waren beeindruckt von der Gastfreundlichkeit von der ich vorher nur erzählt habe. J

Den Sonntag ihres Besuches hier mussten sie ohne mich verbringen, da ich zu einer Hochzeit eingeladen war.
Ich freute mich sehr über diese Einladung doch machte ich mir natürlich auch einen Kopf darüber, was zieh ich an, was verschenke ich, wie wird die Feier werden etc.
Die Hochzeit begann in einer kleinen Kirche anwesend waren das Brautpaar, die Trauzeugen, die Geschwister, der Fotograf, ich und ein Huhn. Das Huhn war das Dankgeschenk für den Priester. Die Zeremonie ist ganz anders als ich sie kenne. Man steht selbstverständlich die ganze Zeit. Das Brautpaar bekommt eine Krone über gehalten, zum Evangelium „kriechen“ sie unter den Rock des Priesters und jedes Mal wenn der Priester ein Kreuzzeichen mit Kreuz in der Hand macht wird ihm die Hand geküsst.
Nach dem kirchlichen Teil ging es an den Ort wo wir auch gefeiert haben. Dort war dann ein kleines Fotoshooting um die Wartezeit auf die Bürgermeisterin zu verkürzen. Als diese kam schritt das Brautpaar zum allbekannten Hochzeitsmarsch vor sie.
Der anschließende Prozess gleicht sehr wie man es von zu Hause kennt. Danach wurde angestoßen und der nächste Teil des Fotoshooting begann.
Um die Zeit zu überbrücken bis alle anderen Gäste da sind, denn bis dahin hatte sich die Hochzeitsgesellschaft nur um die Mutter des Bräutigams vergrößert. Erst als alle Gäste da waren wurde die Hochzeit „eröffnet“. Dies bedeutet jeder tritt vor das Brautpaar gratuliert und überreicht das Geschenk. Nach dem alle gratuliert hatten wurde der Saal eröffnet und alle „stürzten“ an die reich haltig gedeckten Tische. Es begann das große Essen und während dessen auch das Tanzen. Keine Standardtänze sonder immer im Kreis um alle Tische herum und unter lauten Jubelrufen. So verging dann auch der Abend.

Hier ist es üblich das sich die Trauzeugen um alles kümmern, den Müttern des Ehegatten noch einmal ausführlich gedankt wird und auch diese etwas geschenkt bekommen und die ganze Zeit wird getanzt, gejubelt und gegessen.
Es war ein sehr schönes Erlebnis und ich bin sehr dankbar dass ich teilhaben durfte.
Nach einer kurzen Nacht zum Montag brach ich dann wieder gemeinsam mit den Jungs auf unser Tagesziel lautete schwarzes Meer Constanta.
Nach einer kleinen Auseinandersetzung mit der hiesigen Polizei, welche mit 20€ „Schmiergeld“ beendet wurde, erreichten wir abends Constanta. Wir fanden alle möglichen Hotel´ s und Hostel´ s nur unseres irgendwie nicht. Ich rief den Vermieter an er erklärte mir wo es sein soll. Nach ca. 30 min. suchen haben wir es gefunden und für die Nacht reichte es …

Wir genossen den nächsten Morgen das Meer bevor es am Nachmittag weiter nach Bukarest ging.
In Bukarest genossen wir den letzten gemeinsamen Abend in einem typisch ungarischen Restaurant im Bukarester Kneipenviertel.
Der Abschied am nächsten morgen war irgendwie komisch, da es aber regnete fiel er kurz und schmerzlos aus. Ich stieg in eine meiner liebgewonnen Maschrutkas und die Jungs brausten im weißen Benz davon. An dieser Stelle noch einmal ein ganz großes Dankeschön an die Beiden Danke dass ihr den Weg auf euch genommen habt und für diesen wunderschöne unvergessliche Zeit.
Am Donnerstag hatte der Alltag mich wieder und prompt kam die nächste Anfrage ob ich denn am Samstag Zeit und Lust hätte mit zu einer Seligsprechung in Iași zu kommen.
Am Samstag machten wir uns also zusammen mit Michaela und Pater Stefan auf den Weg. In Iași angekommen genossen wir ein gemütliches Frühstück im Park bevor es auf ins Stadion ging. Dort fand der Gottesdienst statt. Es war ein sehr schöner Gottesdienst und durch unser zeitiges da sein, standen wir auch gut. Es war ein sehr schöner und eindrucksvoller Gottesdienst. Anschließend genossen wir unser Mittag wieder im Park und zogen dann auf in die schöne Innenstadt von Iași.




Am folgenden Montag (19.5.) begannen die letzten 2 Wochen mit meinen Kindern. Wir spielten viel und letzte Woche reisten wir virtuell in verschiedene Länder in Einstimmung auf ihre
Sommerferien, die sie nun 3 ganze Monate lang haben. Am Freitag hatten wir uns dann ein extra kunterbuntes Abschlussprogramm ausgedacht, konnten es leider aber nicht umsetzen, da die Kinder zum Teil eher gehen mussten oder später gekommen sind. Ich überreichte meine Kleinigkeiten, die ich vorbereitet hatte. Sie waren sehr begeistert von dem gut riechenden und aussehenden Duschbad. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Familie Buck von denen ich diese wertvolle Spende erhalten habe.


Zurzeit vergeht keine Woche ohne Geburtstage oder Feiertag.
Zu Christi Himmelfahrt hatten wir auch frei. Doch dieser Tag stand ganz unter dem Motto Teambuilding und so trafen wir uns am Morgen des Donnerstages mit dem gesamten Team um zu uns noch geheimen Ort aufzubrechen.
Wir fuhren nach Țipova besichtigen dort das Kloster, einen weiteren Wasserfall, grillten, erzählten, spielten Volleyball usw.
Es war ein sehr schöner und viel zu schnell vergangener Ausflug. Die Fahrzeiten wurden genutzt um zu spielen und zu singen so dass auch diese schnell vergingen und die Müdigkeit vergessen ließen und die Straßenbedingung ausgeblendet werden konnten.





Jetzt wo die Kinder Ferien haben wird eine meiner Aufgaben werden die Pakete nicht nur zu packen sondern auch mit zu verteilen, deshalb war ich letzte Woche vormittags schon immer mit und es ist sehr interessant zu sehen wie die Leute hier zum Teil leben.
Das schlimmste was ich erlebt habe war ein blinder Mann, welcher keine Hilfe vom Staat annehmen möchte. In seiner Wohnung gibt es genau einen Durchgang, die Decken gehören ganz den Spinnen und über den Tisch wo das Essen steht laufen die Kakerlaken und lassen sich den Salat ebenfalls schmecken …
Bei diesem Verteilen habe ich auch wieder jemanden getroffen der Parchim kennt. So langsam bekomme ich das Gefühl Parchim ist gar nicht so klein.
Gestern zum internationalen Kindertag waren in der Stadt überall große Veranstaltungen für Kinder. Michaela und ich sind in die Oper gefahren um uns  „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ als Ballett anzuschauen.
Heute war dann auf Arbeit wieder ein großer Tag für alle.
Eine 2. Essensrunde wurde eröffnet. Der Malteserorden sponsert eine 2. Runde der Essensausgabe.
Das bedeutet es kommen zu den 90 Alten welche immer um 12 Uhr kommen noch einmal 50 dazu, welche 13 Uhr zum Essen kommen. Nicht nur für das Küchenteam ist das eine Herausforderung, die sich heute einmal mehr freuten als ich die Küche betrat, sondern auch in der Kantine wird nun jede Hand gebraucht. Die Teller, Becher und Teekannen müssen abgewaschen sein bevor der 2. Schwung kommen kann.
Wir haben es heute erfolgreich gemeistert und ich bin sehr zuversichtlich, dass es auch weiterhin keine Probleme geben wird.
Auch wenn die Zeit der Abschiede naht. Als erstes gehen die beiden Seminaristen zu Fronleichnam, dann meine Mentorin (Mutterschaftsurlaub) und irgendwann im August dann auch wir, aber bis dahin ist noch ein wenig Zeit und die heißt es weiterhin zu genießen!!!
Nächste Woche werde ich dies mit meiner Familie tun, welche mich von Samstag an eine Woche besuchen kommen wird.

Ihr seht also mir wird nicht langweilig und mir geht es bestens.
In diesem Sinne bis bald eure
Becca 

Mittwoch, 30. April 2014

Hristos a înviat !

Nun ist Ostern tatsächlich schon wieder vorbei und ich erwarte den nächsten Besuch am Wochenende, aber nun erst einmal zu meinem diesjährigen Ostern.
Am Mittwoch vor dem Osterwochenende kam meine Tante hier in Chișinău an und ich freute mich sehr nach Hause zu kommen und ein bekanntes Gesicht begrüßen zu können. Den ersten Abend ließen wir gemütlich ausklingen und schmiedeten Pläne was wir die nächsten Tage so machen wollen.

Gründonnerstag schlenderten wir durch Chișinău und besichtigten alle Sehenswürdigkeiten. Als wir zum Kathedralplatz kamen erwartete uns eine Überraschung. Er war geschmückt. Ich durfte mir erst anhören „Hier hängt ja noch die Weihnachtsdeko!“, aber die Osterhasen und Eier sahen dann doch nach Ostern aus. Ich war ebenfalls ein wenig überrascht, dass sie hier anscheinend doch den Osterhasen kennen. Ich habe in den Supermärkten vorher nur die Osterschokolade aus Deutschland gefunden. 
Nach unserem ausgiebigen Stadtbummel machten wir es uns kurz in unserem kleinen Gärtchen gemütlich bevor wir zur Messe in unserer kleinen Kapelle gingen. Eine kleine Überraschung war es auf Sebi und Gabi zu treffen. Sie waren in Chișinău zur Priesterweihe eines Mitstudenten am Vormittag gewesen.
Karfreitag machten wir uns am Morgen auf zum Flughafen. Wir wollten uns ein Auto ausleihen für die nächsten Tage. Ich dachte es sollte kein Problem sein. Leider wurde es zu einem, da alle Vermietungen keine Autos mehr hatten auf Grund der Feiertage oder schon Urlaub hatten. Wir machten uns also ohne Auto wieder auf den Weg zurück in die Stadt und besichtigten den Heldenfriedhof. Am Abend machten wir uns wieder auf den Weg in die kleine Kapelle. Die Karfreitagsliturige war fast wie zu Hause. Ein kleiner Unterschied war allerdings, dass hier das Kreuz zur Kreuzverehrung geküsst wurde. Man muss ja aber auch nicht alles mitmachen. Nach der Liturgie erzählte ich Pater Stefan von unserem Autoproblem und er meinte „Wo ist da das Problem für morgen könnt ihr mein Auto nehmen. Ich brauche es nicht!“ so hatten wir also auch dieses Problem gelöst.
Samstag ging es dann mit dem Auto des Priesters mal wieder nach Orhei Vechi. Bei schönstem Wetter genossen wir die Sonne bei einem ausführlichen Spaziergang durch das kleine Dorf dahinter. Anschließend fuhren wir nach Churchi ein weiteres Kloster. Wir entschieden uns in Churchi noch dazu, dass wir ja noch ein wenig Zeit haben und noch ein weiteres Kloster besichtigen wollen.
Auf abenteuerlichen Straßen machten wir uns auf den Weg. Das Kloster haben wir allerdings nicht gefunden wir sind wohl irgendwo mal falsch abgebogen…  
Churchi
Zurück machten wir uns nach einem gemütlichen Abendbrot auf den Weg zur Kathedrale. Die Osternacht begann wie auch bei uns draußen mit dem Osterfeuer. Anders als bei uns war aber schon im vor raus, dass es keine Osterkerzen zu kaufen gab. Hier hat man einfache weiße Kerzen oder Teelichter. Ein weiterer Unterschied war auch, dass sofort nach dem Einzug in die Kirche das Licht angeschaltet wird und nicht wie zuhause erst nach den ersten Lesungen. In der Osternacht wurde noch ein Mädchen getauft und ein anderes ging das erste Mal zur Erstkommunion.
Noch ein Unterschied zu zuhause war das hier noch mit dem Allerheiligsten prozessiert wird und erst dann der Ostersegen gespendet wird. Nach dem Segen gehen dann alle nach draußen und die mitgebrachten Speisen werden gesegnet.

Es war eine schöne und interessante Liturgie und ein „Cristos a înviat!“ zaubert einem auch das Osterlächeln in der Fremde ins Gesicht.
Nach der kath. Messe beschlossen wir noch einmal zur orthodoxen Kirche zu gehen. Dieser war tatsächlich beleuchtet von all der Osterdeko. Wir sahen uns noch den Beginn der Liturgie an und fuhren dann nach Hause.
beleuchtet! 
Den Ostersonntag starteten wir in aller Ruhe mit einem gemütlichen Osterfrühstück. Auf Arbeit hatten wir vor Ostern noch einen Kuchen geschenkt bekommen der natürlich probiert werden musste. Man kann diesen mit dem deutschen Osterlamm vergleichen nur mit etwas weniger Rosinen und etwas trockener. Großer Beliebtheit erfreute sich natürlich die Osterschokolade aus Deutschland, welche mitgebracht wurden ist und so fehlte es uns an nichts. Wir ließen den Abend in einem typischen mold. Restaurant ausklingen.
Montag hatten wir uns als Ziel Bender gestellt. In allen Karten liegt es außerhalb von Transnistrien. Die Realität ist aber eine andere. Schon während der Busfahrt erzählte mir mein Sitznachbar das es im abtrünnigen Teil liegt. Er freute sich sowieso sich mit mir unterhalten zu können und so wurde mir auf der Fahrt auch nicht langweilig.Eine Grenze zu passieren die es eigentlich gar nicht gibt ist schon eigenartig! In Bender stießen wir noch auf das Problem, dass sie auch eine eigene Währung haben. Den transnistrischen Rubel. Es wird nur russisch gesprochen und mir wurde von meinem Sitznachbarn abgeraten rumänisch zu sprechen! Es war aber alles in allem ein schöner Ausflug. Die Festung ist sehr schön, wenn man den richtigen Eingang gefunden hat.
Bender Festung

zwei lebendige Statuen !?

Dienstag machten wir uns noch auf den Weg nach Soroca um eine weitere Festung zu besichtigen. In Soroca angekommen mussten wir aber feststellen, dass diese gerade rekonstruiert wird. 

Die große Kirche von Soroca hatte auch geschlossen und so entschieden wir uns ein Stück raus aus der Stadt zu laufen zur „Kerze der Dankbarkeit“. Ein Denkmal für alle die zur Unabhängigkeit beigetragen haben.Von dort hatten wir einen schönen Ausblick und konnten in die Ukraine schauen. Die am anderen Flussufer beginnt.
Kerze der Dankbarkeit

Mittwoch zeigte ich meiner Tante noch meine Arbeitsstelle und dann hieß es Abschied nehmen und so ging eine wunderschöne Woche viel zu schnell zu Ende.
Michaela und ich erfuhren am Mittwoch auch, dass wir den nächsten Montag auch wieder frei haben würden. Wir entschieden uns spontan Mitfreiwillige in Tirgu Mures zu besuchen.
Wir machten uns also am Freitagabend auf den Weg. Nachdem mit dem Hinkommen alles klappte und der Bus tatsächlich existierte welcher im Internet stand, fuhr dieser mit 15min.Verspätung los. 10min. später standen wir wieder. Eine Reifenpanne.
Das linke Hinterrad !
Nach 40min sollte ein neuer Bus kommen, dieser kam nach 2 Stunden. Unsere Verspätung weitete sich auf ganze 4 Stunden aus und so waren wir froh am Samstagmorgen um 10 endlich anzukommen und Karo und Marianne wiederzusehen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Reghin. Eine kleine schöne Stadt in der Nähe.
vor der leider geschlossenen Holzkirche in Reghin
Abends genossen wir ungarische Spezialitäten, denn Tg. Mures liegt im ungarischen Teil Rumäniens (Transsylvanien). Sonntag wurden wir dann von den Beiden durch Tg. Mures geführt und wir besichtigten die älteste Bibliothek Transsylvaniens. Bei schönstem Wetter ließen wir den Nachmittag am Flussufer ausklingen.
Rathaus und Kulutrhaus von Tg. Mures
Montag hieß es dann wieder Abschied nehmen. Marianne musste schon nach dem Frühstück wieder los zum Arbeiten. Mit Karo verbrachten wir noch gemeinsam den Vormittag bevor auch sie wieder arbeiten musste. Wir schlenderten noch ein wenig durch die Stadt bevor wir gegen 5 wieder zurückkehrten um unsere Rucksäcke zu nehmen und Richtung Bus zu laufen. Dieser kam auch pünktlich (nach hiesigen Verhältnissen) und so ging es nach einem sehr schönen Wochenende wieder zurück. Wir kamen auch hier gottseidank noch rechtzeitig genug um pünktlich auf Arbeit zu sein.
Wo nach den Osterfeiertagen erstmals wieder alle da waren und nun hat der Alltag mich kurz wieder bevor ich dann ab nächsten Dienstag wieder Urlaub habe.
Dann sollten Simon und Johann (2 aus meiner Gemeinde) hier sein. Ich freue mich auf ihren Besuch und bin gespannt wie ihre Reise war, denn die beiden kommen mit dem Auto. Was an der Grenze sicher sehr spannend wird.

In diesem Sinne bis bald

Eure Becca 

Sonntag, 13. April 2014

Basteln, Fahrradfahren und Frühjahrsputz

Nun hat uns das typische Aprilwetter voll in seinen Händen. Den einen Tag ist das Wetter sehr schön und man fühlt sich wie im Sommer und den nächsten Tag regnet es aus Strömen. Das passende Wetter um meinen Blog mal wieder zu aktualisieren.
Wir waren tatsächlich beim Osterbasteln und haben zusammen mit anderen Freiwilligen und Schülern der dt. Schule hier in Chisinau gebastelt und geschwatzt. Ein sehr schöner Nachmittag und es war zudem noch interessant über neue Sitten und Bräuche etwas zu erfahren.
Am Abend stand bei uns zu Hause noch eine etwas größere Feier an. Doina wurde 18! So trafen sich alle Mädels die gerade da waren bei ihr im Zimmer und es wurde ein sehr schöner Abend. An diesem Abend wurde auch das Fasten Fasten sein gelassen.
Am Sonntag machte ich mich dann allein auf die Wander- und Radtour.
Um 9 ging es mit dem Auto los und wir fuhren nach Palanca wo wir die Holzkirche besichtigten, danach ging es weiter mit dem Auto zum Kloster Frumosa. Dort angekommen nahmen wir die Autos vom Dach und die Radtour konnte starten.
Bei dieser Tour habe ich gemerkt wie lang ich doch schon kein Sport mehr gemacht habe. Es war eine sehr schöne Tour. Ich habe die Radwege Dresdens zu schätzen gelernt und doch die idyllische Natur in vollsten Zügen genossen. Am Abend merkte ich jedoch genau was ich gemacht hatte und fiel so nur noch völlig erschöpft ins Bett.





Die Woche sollte wie jede normale Woche werden und so startete ich in meinen Küchentag etwas vermuskelkatert aber gut gelaunt.
Nach meiner Schicht in der Küche wartete Rodica schon auf mich mit der Ansage ich solle bitte dringend den Pass von Michaela holen. Ich tat wie mir gesagt wurde und holte den Pass. Zurück auf Arbeit fragte ich erst einmal wofür er denn gebraucht würde und mir wurde gesagt: „ Wir warten auf die Sanitäter!“. Ich wusste, dass es Michaela nicht gut ging, aber gleich der Krankenwagen!? Die Sanitäter kamen dann auch glatt weg 1 Stunde später, wirklich ernsthaft krank sein darf man hier nicht. Sie machten ein EKG und beschlossen danach Michaela mit zunehmen. Mitnehmen … und wer fährt mit !? Sora Betty hatte mir schon gesagt, dass ich mitfahren soll. Gut ich verstehe und spreche rum. immer besser, aber der Wortschatz für Schmerzen ist bei mir noch nicht gespeichert. Alla (Michaela ´s Mentorin) sollte also auch mitfahren. Der Arzt meinte erst, dass es nicht gehe. Wir erklärten ihm unser Sprachproblem und so stimmte er ein und meinte nur: „ Es ist wie in einem Film“. Wie im Film fühlten wir uns als es dann über die holprigen Straßen fuhren und der Rettungsassistent erst mal seine Musik in die Ohren steckte und schlief. Die Fahrt in den Krankenwagen hier und bei den Straßen ist ein Erlebnis wert. Definitiv! Michaela war aber irgendwie nicht nach lachen zu Mute.
Als wir das KH erreichten musste erst einmal die Schranke auf gemacht werden. Der Pförtner hatte es aber nicht wirklich eilig und machte auch nur die eine der breiten Schranke auf. Woraufhin der Krankenwagen genau schauen musste wie er durchkommt.
Im Krankenhaus wurden wir dann sehr freundlich und schnell behandelt. Schließlich sind wir aus Deutschland schon eigenartig, wenn man dafür besonders behandelt wird. Wir wurden von Arzt zu Arzt geschickt. Nur die Fahrstühle konnten sie nicht beeinflussen und so konnte es schon mal passieren, dass man 10 min auf einen Fahrstuhl wartet, wenn man 6 zur Auswahl hat. Doch bis in den 11. Stock sollte man auch nicht laufen.
Nach etlichem hin und her hatten sie die Ursache für ihr Problem gefunden. Daraufhin auch behandelt und ließen uns mit Medikamenten wieder gehen. Schließlich wollte Michaela am Dienstag nach Hause fliegen. Nach diesem aufregenden Tag ließen wir den Abend gemütlich ausklingen, schließlich sollte sie sich auch schonen und viel schlafen.
Am Dienstag wurde ich dann von all unseren Kollegen gefragt, wie es ihr geht und ob sie zum Mittag nochmal vorbeikommt, schließlich ist doch (kath.) Feiertag.
FEIERTAG am 25.03 !?
Ich dachte eigentlich ich wüsste die wichtigsten kath. Feiertage, aber dieses Datum sagte mir überhaupt nichts. Also musste ich erst mal in den Kalender schauen der bei uns hängt und dann mithilfe des Wörterbuches klären welcher es ist. Verkündigung des Herren war die Lösung.
Es gab ein Gottesdienst und anschließend für das Kollegium Pizza und dann schaffte ich zusammen mit Pater Stefan Michaela zum Flughafen.
Es war schon ein wenig komisch zu wissen, dass sie nach Hause fliegt. Doch irgendwie wollte ich auch nicht mit ihr tauschen. Während sich Michaela also in die Lüfte begab, begab ich mich zurück zu meinen Kindern, die schon auf mich warteten.
Die  Woche nahm ihren Lauf.
Für die Kinder hatten wir aber noch eine Überraschung geplant.
Der Freitag an dem sie ja sowieso schon keine Hausaufgaben machen wurde zum BINGO Spieltag erkoren. Die Preise wurden von einer der Spenden finanziert, welche ich bekommen habe. Ich durfte auch mit entscheiden was wir für die Kinder aus suchen. Die Preise waren  ein Stiftset, Hygieneset (Zahnbürste und Paste, Seife) ,Obst (Pomelo, Kiwi, Banane), Intelligenzquizz und als Hauptpreis ein Lexikon. Die Kinder haben sich sehr darüber gefreut und es wurde ein
wunderschöner Wochenabschluss.
Mein geplantes Wochenende in Iasi hatte sich verschoben und so stand ein freies Wochenende vor mir.
Am Samstagvormittag entschied ich mich bei schönstem Frühlingswetter in die Stadt aufzubrechen und noch die ein oder andere Kleinigkeit zu erledigen. Am Nachmittag entschied ich mich den Nachmittag im Garten mit einem Buch ausklingen zu lassen.
Es dauerte nicht lang bis ich Gesellschaft bekam. Kolja einer unserer Nachtwächter erinnerte mich daran, dass wir die Uhr eine Stunde vorstellen und gab mir noch ein paar Tipps über die Moldau. Er hatte gesehen, dass ich den Reiseführer in der Hand hatte.
Wieder völlig im Buch versunken stand kurze Zeit später Valy neben mir und fragte ob ich nicht mit zum Spieleabend kommen möchte. Ich bejahte und so wurde es ein gemütlicher Monopolyabend.

Die Woche startet alles andere als gewöhnlich.
FRÜHLINGSPUTZ war angesagt und so trafen sich am Montagmorgen alle Kollegen in Arbeitssachen bereit für den großen Putz im Garten. Meine Aufgabe war es die Bäume weiß anzustreichen gegen den Befall von gemeinen Tierchen. Danach waren nicht nur die Bäume weiß. J

Nach dem gemeinsamen Mittag stand Teambuilding auf den Plan. Wir spielten verschiedene aber sehr interessante Spiele und meine Sprachkenntnis wurde auf den „Prüfstand“ gestellt.


Dienstag war dann der berüchtigte 1. April. Mir wurde schon am Montag gesagt, dass ich vorsichtig sein sollte. Ich selbst wurde aber nicht „hochgenommen“. Nach dem gemeinsamen Basteln haben wir  unseren Kindern einen kleinen Streich gespielt. Wir haben 3 der Joghurt Becher präpariert. Diese waren dann mit gefärbten Wasser gefüllt. Die Kinder, welche die Becher hatten fanden es in dem Moment nicht lustig, aber alle anderen. J
Die Woche ging dann aber ruhig zu Ende. Am Donnerstag hatten wir noch einen Feiertag.  Sfăntul Alois Scrosoppi der Schutzheilige des Hauses. Es gab wieder ein gemütliches Mittag mit allen.



Am Samstag ging es für mich dann schon zeitig los. Ich bin 7:30Uhr nach Iasi gefahren. 
In Iasi habe ich mich mit Paula und Carmen getroffen. Es war ein wunder wunderschönes Wochenende auch wenn das Wetter gegen uns war. Am Samstagvormittag zeigte mir Carmen die schöne Innenstadt Iasi´s und den Nachmittag verbrachten wir bei einem Spaziergang zusammen mit Paula und noch einer weitern Freundin in einem Park und im Stadion. Den Abend ließen wir dann gemütlich ausklingen. Am Sonntag besuchten wir dann den Kindergottesdienst und es war für mich das erste mal das ich eine Predigt komplett verstanden habe und einen Kinderchor singen höre habe.  Ich habe die Zeit mit ihnen wirklich sehr genossen und war schon ein wenig traurig wieder fahren zu müssen.  Andererseits wusste ich auch, dass Michaela zurück gekommen ist.



Tja und nun geht es mit großen Schritten auf Ostern zu.
Letzten Donnerstag waren wir zusammen im Orgelsaal und haben uns da die Passion nach Matthäus angehört. Sie wurde auf Deutsch gesungen und die "Untertitel" gab es auf rumänisch. Es war allerdings sehr schwer zu verstehen, da die Sänger alle nur für das Stück deutsch "gelernt" haben. Wir hatten auch nicht damit gerechnet, dass es so lang gehen würde und so waren wir am Ende froh, dass wir nach knapp 3h den Orgelsaal wieder verlassen konnten.
Heute habe ich einen sehr schönen Palmsonntaggottesdienst erlebt. Jetzt freue ich mich schon sehr auf Mittwoch, denn da bekomme ich meinen nächsten Besuch und zusammen werden wir Ostern verbringen. Auch wenn hier die Osternacht schon am Samstag 20:30Uhr sein wird, bin ich gespannt auf die Feiertage und die neuen Traditionen.
Der Taizéabend heute war auf jeden Fall schon eine sehr gute Einstimmung auf die kommenden Feiertage.
In diesem Sinne wünsche Ich allen meinen Lesern eine gesegnete Karwoche und ein gesegnetes Osterfest! J

Bis bald eure
Becca

Mittwoch, 19. März 2014

Vom Frühling, Fasching, Frauentag und Fasten

Es ist schon wieder eine Weile her, dass ich hier etwas von mir hören lassen habe, deshalb möchte ich meinen heutigen freien Mittwoch nutzen um dies zu ändern.
Warum habe ich frei?
Nein ich habe nicht schon wieder Urlaub. J
Heute ist der 19. März  und da ich in einem (wie bekannt) katholischen Haus arbeite haben wir heute frei, denn heute ist der Hl. Joseph. Wieder ein Feiertag den ich aus Deutschland nicht kenne. 
Ich bin in den letzten Wochen ein paar Traditionen begegnet, die ich von zuhause nicht kenne.

Angefangen hat es am 28.2 als Michaela und ich auf Arbeit plötzlich ein Ständchen von Valy (ein Seminarist) bekamen. Er überreichte uns danach eine Blume zum anstecken, anlässlich des Frühlingsbeginn. Hier beginnt der Frühling am 1.März traditionell trägt man deshalb ab dem 1. bis zum 31. etwas Gehäkeltes (rot / weiß) oder eine Blume an der Kleidung um den Frühling zu begrüßen, genannt wird dies Mărţişor. Wir bekamen noch 2 weitere Mărțișor eins noch von einer alten Dame und das andere vom Chef. Unser Chef erzählte uns dann auch noch eine Sage. Der Sage noch solle jedes unverheiratetes Mädchen dieses Mărţişor um 00:00 Uhr an die Kleidung machen und dann schlafen gehen. 00:05 Uhr sollte dann der Prinz vorbeikommen. Ich bin extra wach geblieben habe es aber verpasst das Mărţişor rechtzeitig anzubringen und deshalb kam mich kein Prinz besuchen. ;) Michaela auch nicht und so machten wir uns am 1. März auf in die Stadt.
Ich habe pflichtbewusst die Blume an die Jacke geheftet und dachte damit nicht allein zu sein doch es hatten nicht viele einen Schmuck an der Jacke.  Wir machten uns auf die Suche nach einem Fitnessstudio. Wir fanden auch welche doch die Preise sind alles andere als erwartet. Das billigste war 30€ im Monat das teuerste aber von uns am dichtesten 70€. Wir entschieden uns unser Vorhaben zu vertagen.
In der Stadt war die ganze Hauptstraße von kleinen Ständen geschmückt an denen man verschiedene Mărţişor kaufen konnte. Ein schöner Anblick auch an den wenigen Jacken sieht es gut aus. Am Montag auf Arbeit hatten dann aber alle Kolleginnen ein Mărţişor an der Kleidung.
Montag und Dienstag waren in Deutschland die Faschingstage etwas was man hier gar nicht kennt. Michaela und ich dachten wir könnten unseren Kollegen auch mal etwas gutes tun und beschlossen Pfannkuchen selbst zu machen. Sie waren sogar sehr lecker, aber leider konnten sie nicht alle unserer Kollegen essen, da die Fastenzeit der Orthodoxen bereits begonnen hatte.
In der Fastenzeit essen die Orthodoxen kein Fleisch, kein Fisch und keine Milchprodukte, einfacher gesagt sie essen nur das was aus dem Boden wächst. Umso verwunderter waren wir, dass am 7.3 der Tisch dekoriet wurde und alle zum Essen kamen, obwohl keiner Geburtstag hatte.
Anlass war der Tag später der internationale Frauentag! Ein Tag der in Deutschland keine weitere Bedeutung hat. Hier bekamen wir von „unseren” Männern ein Ständchen und eine Torte.Die Kinder haben sogar 3 Tage Ferien und waren fleißig am basteln für ihre Mütter, Omas, Lehrerin und Freiwillige. J
Am Samstag wollten wir mal wieder in die Oper. In unserem Programm stand für 16:00 Uhr ein Ballettstück einer chinesischen Behindertengruppe. Wir haben uns voll darauf verlassen und waren um 15:40 Uhr an der Oper. Diese sah recht dunkel aus und auch der Kartenverkauf hatte geschlossen. Wir gingen dennoch zum Eingang. Die Dame die am Eingang stand sagte uns nur, dass das Stück bereits um 3 begonnen hätte. Nun ja herzlich willkommen in der Republik Moldau. Man sollte hier alles hinterfragen. Wir machten uns noch einen schönen Nachmittag in der Stadt. Am Abend trafen wir uns mit anderen Freiwilligen in einer Spiele bar anschließen zogen wir weiter und es wurde ein gemütlicher Abend.
Die Woche verlief wieder ganz normal und ich war froh, dass meine Mentorin wieder da war lag sie die Woche vorher doch im Krankenhaus.
Am Wochenende wurden wir spontan von Pater Stefan gefragt ob wir nicht mit nach Orheiul Vechi fahre wollten und so machten wir uns gemeinsam mit ihm und seinen Freunden am Samstag auf den Weg.  Es war ein sehr schöner Ausflug zumal wir sehr schönes Wetter hatten: 20°C, Sonnenschein und blauer Himmel. Zuviel des Guten für März wie uns immer wieder gesagt wurde. Mal sehen wie das mit dem Wetter weitergeht. Am Samstag werden wir zum Osterbasteln gehen, organisiert vom deutschen Lesesaal und am Sonntag machen wir vielleicht eine kleine Wanderung das wissen wir noch nicht. Ich werde natürlich berichten.

In diesem Sinne bis bald

Eure Becca